Unser OP-Standort: Facharztklinik Hamburg-Eppendorf

Prostata-Operationen bei gutartiger Prostatavergrößerung

  1. Allgemeines
  2. TUR-Prostata
  3. Laser-Verfahren
  4. Pro und Contra der Lasertherapie
  5. Offene Prostata-Operation
  6. Voraussetzungen zur Prostataoperation
  7. Aufnahme und Aufenthalt
  8. Verhalten nach der Krankenhausentlassung
  9. Was kann nach der Entlassung passieren?

Allgemeines

Viele Patienten, die sich heute über eine Prostataoperation informieren möchten stoßen auf eine verwirrende Anzahl von verschiedenen OP-Methoden und haben es schwer aus der Menge völlig unterschiedlicher Verfahren das für sie geeignete herauszufinden.
Von den endoskopischen Operationsmethoden zur Behandlung der Prostata stehen momentan die nachfolgend beschriebenen zwei Methoden unangefochten an der Spitze.

TUR-Prostata

Jahrzehntelang als sog. Gold-Standard war die TUR-Prostata der einsame Spitzenreiter der endoskopischen Prostata-Operation.
Hierbei erfolgt der Zugang endoskopisch über die Harnröhre und die Prostata wird über Hochfrequenzstrom, welcher an eine feine Drahtschlinge geleitet wird, in Spänen abgetragen.
Diese werden anschließend aus der Blase herausgespült und feingeweblich untersucht.
Dank der heute eingesetzten Technik hinsichtlich der Optiken, Resektoskope und Hochfrequenzverfahren ist die TUR-Prostata nach wie vor das Verfahren der Wahl, an der sich die neueren OP-Methoden messen lassen müssen. Neuer Stand der Technik ist hier das TURIS-Verfahren, eine Resektion die statt herkömmlicher Spüllösungen zB. Purisole, Kochsalzlösung verwendet. Hierdurch wird das früher so gefürchtete „TUR-Syndrom“ vermieden.

Selbstverständlich bieten wir diese modernen OP- Verfahren an!

Laser-Verfahren

Nachdem in den letzten Jahren mehrere neue Laser-Verfahren  auf den Markt kamen, hat sich derweil das Holmium-Laser-Verfahren als besonders erfolgreich durchgesetzt.
Aktuell hat das G-BA entschieden, dass nur 2 Laserverfahren ihre Qualität im Vergleich zur TUR-Prostata nachgewiesen haben und weiterhin zur Behandlung der gutartigen Prostatavergrößerung zugelassen sind.

Die derzeit zugelassenen Laserverfahren sind:
HOLEP: Holmium-Laser-Enukleation
HOLEPR: Holmium-Laser-Resektion

Nicht zugelassen sind:
Greenlight-Laserverfahren
Thulium-Yag-Laser

Die urologische Praxis Othmarschen bietet derzeit ihren Patienten keine Lasertherapieverfahren zur Prostatabehandlung an.

Pro und Contra der Lasertherapie

Die Indikation zum Laserverfahren:

Der wirklich überzeugende Vorteil der Holmium-Lasertherapie ist die Möglichkeit auch sehr große Prostatadrüsen technisch problemlos operieren zu können. Hierdurch sind die offenen Schnittoperationen bei der gutartigen Prostatavergrößerung deutlich seltener geworden.

Für kleine Prostatae sind Laserverfahren mitunter mit sehr langen  und für den betroffenen Patienten belastenden Heilungsphasen verbunden. Im Vordergund stehen ein stark gehäufter Harndrang bis zur Inkontinenz und ein Brennen beim Wasserlassen.

Die Blutung
Eines der Hauptargumente mit denen die Lasertherapie der Prostata beworben wird ist der geringe Blutverlust während der Operation. Grundsätzlich ist dieses Argument korrekt, allerdings ist auch durch die technisch verbesserten Geräte und die Technik der Videoresektion, der Blutverlust bei der TUR-Prostata vergleichbar  geringer geworden.
OP-Zeit
Die Operationsdauer ist bei beiden Verfahren ähnlich.

Krankenhausaufenthalt
Der Krankenhausaufenthalt beträgt durchschnittlich bei beiden Verfahren ca. 3-4 Tage.

Kosten
Die Kosten der zugelassenen Laserverfahren werden derzeit ohne Probleme von den gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen übernommen.

Histologie
Nach einer TUR-Prostata wird das gesamte entfernte Gewebe feingeweblich untersucht. Evtl. vorhandene, bisher nicht entdeckte Tumorzellen können so erkannt werden. Ebenso kann das Gewebe bei der Laser-Holmium-Enukleation gut untersucht werden. Andere Laserverfahren (Vaporisations-Laser, zB. Greenlight-Laser) ermöglichen keine anschließende Gewebeuntersuchung und bergen damit das Risiko, dass möglicherweise Krebszellen übersehen werden können.

Laserunterstützte Resektion
Was ist das? Hier handelt es sich um eine Prostataoperation die mit dem Laserverfahren begonnen und als transurethrale Resektion weitergeführt wurde.
Kritiker meinen sie ist ein Zeichen für eine nicht beendete Lernkurve des Behandlers bzw. das falsche OP-Verfahren.

Fazit
Wenn es derzeit ein Laserverfahren gibt, welches grundsätzlich für eine große Prostata geeignet ist, dann ist es der Holmium-Laser. Besonderes Augenmerk sollte der Patient auf die exakte Größenbestimmung seiner Prostata vor der OP legen und sich bewußt sein, dass die Lernkurve bei diesem Verfahren sehr flach ist, will heißen, viele Operationen erfordert, bis es der Operateur die Methode auch beherrscht.
Die Lasertherapie hat den operativen Markt erobert ohne ihre generelle Überlegenheit in Langzeitergebnissen gegenüber der TUR-Prostata dargestellt zu haben. Dies hat das Bundesgesundheitsamt erkannt und entsprechend  niedrig ist die Anzahl der Laser-Zulasssungen aus. Ganze 2 Verfahren dürfen aktuell weiter zur Behandlung der Prostatavergrößerung eingesetzt werden. Nach unseren Erfahrungen sind die derzeitigen Ergebnisse von der Erfahrung des Operateurs und der richtigen Indikationsstellung abhängig.

Offene Prostata-Operation

Hat die Prostata eine Größe erreicht, die eine endoskopische Operation nicht zulässt, ist es sicherer und auch einfacher die Prostata offen zu operieren.
Dies bedeutet, daß über einen kleinen Schnitt am Unterbauch die Harnblase eröffnet und die Prostata über diesen Zugang entfernt wird.
Diese OP-Methode wird als transvesikale Prostataadenomektomie nach Freyer bezeichnet.
Krankenhausaufenthalt und Heilungsverlauf entsprechen denen der TUR-Prostata.

Voraussetzungen zur Prostataoperation

Vor einer Prostata-Operation sollten folgende die Indikation zur OP und zur gewählten Operationsmethode führenden Untersuchungen vorliegen:

  • Urologische Anamnese und bisherige Medikation
  • Uro-Flow (Harnflußmessung)
  • Restharnbestimmung (Urinmenge nach dem Wasserlassen)
  • Transrektale Volumetrie der Prostata (Größenbestimmung der Prostata)
  • IPPS-Fragebogen (Fragebogen an den Patienten)
  • evtl. Endoskopie von Harnröhre und Harnblase (Blasenspiegelung)
  • Blutwerte
  • EKG
  • evtl. Rö-Bild der Lunge
  • evtl. Blasendruckmessung ( Urodynamik)

Aufnahme und Aufenthalt

Die stationäre Aufnahme erfolgt am Tag vor der Operation oder am OP-Tag, je nach Absprache mit dem Operateur.
Die Unterbringung erfolgt je nach Zimmerauswahl des Patienten.
Nach der Operation ist der Pat. mit einem durch die Harnröhre führenden Dauerkatheter versorgt, der am 2ten postop. Tag entfernt wird.
Der stationäre Aufenthalt dauert insgesamt durchschnittlich 3-4 Tage.
Die Entlassung erfolgt üblicherweise ohne Katheter.
Für Rückfragen nach der Entlassung erhält der Patient die Telefonliste des Operateurs und ist so sicher einen Ansprechpartner rund um die Uhr zu haben.

Was kann nach der Entlassung passieren?

Nach der Operation sollte sich der Patient in den nächsten Tagen körperlich schonen und auf das Heben und Tragen schwerer Lasten verzichten. Sportliche Aktivitäten wie zB. Fahrradfahren, Joggen und Schwimmen sind zu vermeiden.
Keine Einnahme von Medikamenten die einen direkten Einfluß auf die Blutgerinnung haben wie zB. Aspirin, ASS, Plavix, Iscover, Marcumar, Eliquis,Pradaxa oder Xarelto. Hier sollte der Operateur befragt werden, wann mit der Einnahme wieder begonnen werden kann.
Die tägliche Trinkmenge sollte ~ 2 Liter / d. betragen.

Verhalten nach der Krankenhausentlassung

Ein Großteil der Patienten verspürt nach Entfernung des Dauerkatheters einen gehäuften Harndrang mit teilweise Brennen beim Wasserlassen. Dies ist völlig normal.
Fieber wäre dagegen ein Grund den Operateur oder ein Mitglied des OP-Teams von der Telefonliste anzurufen.
Der Urin kann völlig klar bis rot sein, vereinzelt kann es auch zum Abgang von Blutstückchen kommen.
Im Zweifelsfall sollte der Patient auch hier den Operateur benachrichtigen.
Selten kann es nach dem Entfernen des Katheters auch zu einer Harnverhaltung kommen. Dies bedeutet es liegt ein starker Harndrang vor und der Pat. kann nicht Wasserlassen. Auch in diesem Fall ist der Operateur unverzüglich zu benachrichtigen.
Im Zweifelsfall gilt es Gebrauch von der Telefonliste zu machen!