Definition

Die Abkürzung HPV steht für den Humanes Papilloma Virus. Die Viren bilden eine Gruppe von DNA-Viren, mittlerweile sind 124 HPV- Typen beschrieben. Hiervon infizieren ca. 30 Typen fast ausschließlich die Haut und Schleimhaut im Anogenitalbereich. Die genitalen HPV-Typen werden in Niedrigsrisiko- („low-risk“) und Hochrisiko- („high-risk“) Typen eingeteilt. HPV-Viren zählen zusammen mit dem Hepatitis-B-Virus (HBV), dem Hepatitis-C-Virus (HCV) und dem Epstein-Barr-Virus (EBV) zu einer Gruppe von humanen cancerogenen Viren (Onkoviren), die weltweit für 10-15 Prozent aller Krebserkrankungen verantwortlich sind.

Übertragung

Die HPV-Infektion verläuft über die Haut beim ungeschützen Geschlechtsverkehr (Genital-, Anal-, Oralverkehr) und gilt damit als Geschlechtskrankheit. Sie ist eine der häufigsten durch den Geschlechtsverkehr übertragenen Infektionen, die oft unbemerkt abläuft. Aber auch durch den reinen Hautkontakt (z.B. Schamhaarbereich) beim geschützen Verkehr mit Kondom kann es zu einer Ansteckung kommen. Die Papillomaviren können jahrelang inaktiv bleiben, bevor es zu Symptomen kommt (s.u.). Bei einer bestehenden Infektion können im Rahmen einer Schamhaarrasur weitere Hautregionen infiziert werden.

Erkrankung / Symptome

Die Symptome sowie der Krankheitsverlauf sind ahängig vom Virus-Typ:

  • „low-risk“-Viren: Ausbildung von harmlosen (doch lästigen) Hautwarzen, sog. Feigwarzen oder auch Condyloma accuminata genannt. Auch Buschke-Löwenstein-Tumore können hierdurch entstehen. (HPV-Typ 6 und 11, auch 42,43,44)
  • „high-risk“-Viren: Ausbildung von Gebärmutterhalskrebs/Zervixcarcinom oder deren Vorstufen (Cervikale intraepitheliale Neoplasie (CIN), Condyloma plana (HPV-Typ 16,18,31,33). Auch einige Krebserkrankungen im Bereich des Afters, des Mundes und des Penis (Peniskrebs) gelten als HPV assoziiert.

Therapie

Eine ursächliche Papillomvirustherapie gibt es nicht, d.h. es können immer nur die Symptome behandelt werden (daher ist eine Impfung vor Ansteckung mit dem Virus ratsam, s.u.). Die Hautläsionen können entweder durch Auftragen von verätzenden Lösungen, Cremes  oder durch chirurgische Eingriffe (Exzision, Lasertherapie) behandelt werden. Rückfälle (Rezedive) sind häufig.

Impfung

Ebenso wie bei vielen anderen Viruserkrankungen (Masern, Röteln, Mumps, Kinderlähmung, Tetanus) gibt es eine HPV-Schutzimpfung. Die Ständige Impfkommision am Robert-Koch-Institut (STIKO) empfahl erstmals im März 2007, dass sich 12-17 jährige Mädchen gegen HPV impfen lassen sollen. Im August 2014 wurde das Impfalter bei Mädchen auf 9 bis 14 Jahre herabgesetzt. In diesem Alter sind zudem nur noch 2 statt bisher 3 Impfdosen nötig. In Australien wurde nach der Einführung der Impfung bei jungen Mädchen ein Rückgang von Karzinom-Vorstufen um 75% beobachtet. Parallel entwickelten junge Männer seltener Genitalwarzen.

Seit Ende Juni 2018 gibt es nun auch eine Empfehlung der STIKO, Jungen zwischen 9 und 14 Jahren vor Aufnahme der ersten sexuellen Kontakte gegen HPV zu impfen. Hiermit ist Deutschland eines der ersten europäischen Länder, die die HPV-Impfung für Jungen empfiehlt.

In Deutschland sind zwei Impfstoffe zugelassen. Letzterer immunisiert gegen die Hochrisiko-HPV-Genotypen 16 und 18 sowie die Niedrigrisikotypen 6 und 11 und ist für beide Geschlechter ab 9 Jahren zugelassen.

Die Ständige Impfkommision am Robert-Koch-Institut (STIKO), die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie, die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung sowie andere Institutionen empfehlen die Impfung vorbehaltlos.

Kosten

Die HPV-Impfung bei Mädchen zwischen 9 und 14 Jahren ist durch den Gemeinsamen Bundesausschuss gesetzlich verankert, die Kosten werden durch die gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Anders ist es (noch) bei den Jungen: Nach persönlicher Rücksprache mit der KV-Hamburg ist die HPV-Impfung für Jungen noch nicht im EBM aufgenommen, wenngleich sich bundesweit bereits einige Krankenkassen für die Erstattung der HPV-Impfung öffnen. Die privaten Krankenkassen erstatten zumeist die anfallenden Kosten. Es empfiehlt sich dennoch, im Einzelfall vorab die Kostenübernahme mit der zuständigen Krankenkasse zu klären.
Die Kosten in Höhe von rund 390,- Euro setzen sich aus dem Impfstoff (2 x 156,-) sowie der ärtzlichen Leistung zusammen.