Häufigkeit

Nach Schätzungen des Robert Koch Instituts erkrankten im Jahr 2012 knapp 4000 Männer bundesweit am Hodenkrebs. In den letzten Jahrzehnten kommt es zu einer Zunahme der Erkrankungshäufigkeit, die Ursachen hierfür sind noch unklar.

Im Gegensatz zu fast allen anderen Krebserkrankungen treten die meisten Hodenkrebserkrankungen in jungen Jahren auf, was allgemein nicht bekannt ist. Hierbei besteht das höchste Erkrankungsrisiko im Alter von 20 Jahren (1 von 150 Männern).

Die sehr hohen Heilungsraten von über 90 % sind auch auf die Tatsache zurückzuführen, dass der Hodenkrebs frühzeitig erkannt wurde, und zwar im Rahmen der Musterungsuntersuchung junger Männer. Mit dem Wegfall der Wehrpflicht gibt es nun leider keine „Pflicht-Früherkennungsuntersuchung“ mehr, so dass möglicherweise mit einer Verschiebung zu fortgeschrittenen Stadien zu rechnen ist. Daher gilt:

Junge Männer sollten sich bei einem Urologen untersuchen lassen!!

Des weiteren wird Männern zwischen dem 20. und 40 Lebensjahr geraten, sich regelmäßig durch Abtasten der Hoden selbst zu untersuchen (ähnlich der Selbstuntersuchung der Brust durch die Frau).

Risikofaktoren

Als gesicherter Risikofaktor gilt der Hodenhochstand (Kryptorchismus), auch wenn dieser in jungen Jahren erfolgreich therapiert wurde. Männer mit einem Hodenkrebs in einem Hoden haben ein erhöhtes Risiko, dass auch der andere Hoden erkrankt. Auch die Vererbung über die männliche Linie gilt als ein Risikofaktor.

Symptome

Typische Beschwerden können ein Ziehen oder ein Schweregefühl des Hoden sein. Manchmal kann eine Verhärtung oder ein Knoten getastet werden.

Diagnose

Durch die Untersuchung der Hoden mittels hochauflösendem Ultraschall kann der Urologe einen Hodenkrebs frühzeitig erkennen. Zusätzlich werden im Blut sog. Hodentumormarker abgenommen.

Therapie

Je nach Ausbreitung im Körper und feingeweblicher Art des Hodenkrebs (Seminom, Teratom, Embryonalzellkarzinom) stehen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung.

Im frühen Stadium, wenn der Krebs noch auf den Hoden begrenzt ist, muss dieser komplett entfernt werden. Dies erfolgt im Rahmen einer Operation durch einen kleinen Schnitt in der Leiste (Inguinale Orchiektomie). Ob anschließend eine weitere Therapie erforderlich ist, richtet sich nach dem Ergebnis der feingeweblichen Untersuchung (Histologie) und dem Ergebnis der Computertomographie (CT).

So können weitere Operationen zur Entfernung von Metastasen (Tochtergeschwulst) in Lymphknoten oder andere Organe erforderlich werden. Andere Stadien der Erkrankung machen eine Bestrahlung oder eine Chemotherapie erforderlich.

Die Therapie des Hodenkrebs ist komplex, oft ist sogar eine Kombination der verschiedenen Therapiemöglichkeiten erforderlich. Sie sollte nur von einem hierin ausgebildetem Arzt durchgeführt werden.