Die Prostata

Um kaum ein Organ gibt es so viele Mythen wie die Prostata, auch Vorsteherdrüse genannt. Und um so erstaunlicher ist es, dass selbst die geplagten Männer so wenig über ihr störanfälliges Organ wissen. Wir informieren Sie auf unseren Seiten über häufige Prostata-Erkrankungen.

Die Prostata- in Gestalt und Größe vergleichbar mit einer Kastanie – liegt unmittelbar unter der Harnblase und umschließt ringförmig die Harnröhre wie eine Art Muffe. Die Prostata besteht aus Bindegewebe, Muskulatur und 30 bis 50 Drüsen, die hormongesteuert ein Sekret produzieren. Dieses Prostatasekret wird beim Samenerguss ausgeschieden und fördert die Beweglichkeit der Spermien. Die Prostata hat also eine wichtige Bedeutung für die Fortpflanzung. Das PSA (Prostata Spezifisches Antigen) ist ein Protein und wird nur von der Prostata gebildet. Es ist ein wichtiger Marker bei der Diagnostik und Therapiekontrolle des Prostatakrebs (s.a. Glossar).

Gutartige Prostatavergrößerung (benigne Prostatahyperplasie, BPH) Ab dem 40. Lebensjahr setzt bei den meisten Männern ein physiologisches Wachstum der Prostata ein, welches überwiegend langsam und anfänglich ohne Beschwerden verläuft. Welche Ursachen hierfür verantwortlich sind, ist bisher nicht vollständig geklärt. Mitverantwortlich ist jedoch der Umbau des männlichen Sexualhormons Testosteron zu Dihydrotestosteron, welches seinerseits die Prostatadrüsen zum Wachstum anregt.

Abhängig von der Größe und dem Wachstumsmuster kann die Prostata einerseits die Harnröhre verengen, andererseits in Richtung Blase wachsen. In der Folge können Beschwerden beim Wasserlassen auftreten. Etwa jeder 2. Mann ab dem 50. Lebensjahr ist von einer BPH betroffen, bei den 60- bis 70jährigen sind es sogar 75%.

Prostataleiden-vom Ärgernis zur Krankheit

Die BPH entwickelt sich langsam und schmerzlos. Erstes Anzeichen einer BPH kann ein abgeschwächter Harnstrahl oder ein häufiger Harndrang sein. Manchmal beginnt die Harnblasenentleerung auch erst mit einer Verzögerung oder der Harnstrahl ist unterbrochen („Harnstottern“). Insgesamt dauert das Wasserlassen länger als in früheren Jahren. Weitere Symptome sind Nachträufeln des Urins, Restharngefühl und häufiges Wasserlassen, vor allem nachts (Nykturie). Im fortgeschrittenen Stadium wird die vollständige Entleerung der Harnblase immer schwieriger und es bleibt Urin in der Harnblase (Restharn) zurück, eine ideale Brutstätte für Keime. Diese Keime können durch die Harnleiter bis in die Nieren aufsteigen und dort gefährliche Entzündungen verursachen. Im schlimmsten Fall kommt es zum Nierenversagen. So kann die eigentlich harmlose Prostatavergrößerung lebensbedrohende Folgen haben.

Anamnese und Untersuchung

Zunächst wird in einem Gespräch nach Symptomen einer Prostata-Erkrankung gefragt. Hilfreich ist hierbei ein Fragebogen mit weltweit standardisierten Fragen zum Wasserlassen, der sog. Fragebogen zum Internationalen Prostata Symptom Score (IPSS). Der IPSS sollte regelmäßig ermittelt werden und dient als Verlaufskontrolle der Benignen Prostata-Hyperplasie (BPH). Außerdem ist von Interesse, wie stark die Prostata-Beschwerden die Lebensqualität beeinflussen. Bei der anschließenden körperlichen Untersuchung in der Seitenlage wird die Prostata über den Mastdarm ausgetastet. Mit einer transrektalen Sonographie kann die Größe und die Beschaffenheit analysiert werden.

Therapie

Die Therapie richtet sich dann nach Untersuchungsergebnissen und natürlich nach den Wünschen des Patienten.
Wird die BPH rechtzeitig erkannt, kann manchmal allein die Einnahme von pflanzlichen Präparaten (Phytotherapeutika) die Beschwerden lindern. Häufig erfolgreich ist die Behandlung mit Medikamenten (z.B. alpha-Blocker). In späteren Stadien ist meist eine Operation notwendig (s.a. dort).