Häufigkeit

Jährlich erkranken bundesweit ca. 12.000 Männer und 5000 Frauen am Krebs der Harnblase (Urothelkarzinom). Die Erkrankungsraten steigen mit dem Alter stetig an, auch die Neuerkrankungsraten steigen aufgrund der demographischen Entwicklung. Damit ist der Blasenkrebs nach dem Prostatakrebs die zweithäufigste urologische Krebsart bei Männern und liegt bei Frauen noch vor dem Gebärmutterhalskrebs. Trotz dieser alarmierenden Zahlen ist in der Öffentlichkeit wenig über diese Krebsart bekannt.

Risikofaktoren

Tabakkonsum ist der wesentliche Risikofaktor für die Entstehung von Blasenkrebs. Als ebenfalls risikoerhöhend gelten einige chemische Stoffe wie aromatische Amine. Berufsgruppen wie Arbeiter in der Lack- und Gummiindustrie sowie Frisöre gelten daher als gefährdet. Auch das jahrelange Haarfärben mit dauerhaften Mitteln gilt als Risikofaktor. Eine bestimmte Infektionskrankeit (Bilharziose), die auf dem afrikanischen Kontinent vorkommt, ist dort ein weiteres Risiko.

Symptome

Bemerkbar macht sich der Blasenkrebs meist durch blutigen Urin, typisch und tückisch ist der schmerzfreie Abgang von Blut. Aber auch eine Veränderung beim Wasserlassen (häufiger oder mit ziehenden Beschwerden) kann ein Frühsymptom sein und sollte beim Urologen abgeklärt werden.

Diagnose

Zur Diagnosestellung kommen Ultraschall- und Urinuntersuchungen (Zytologie, NMP) sowie eine Blasenspiegelung zum Einsatz.

Therapie

Zunächst muss die Diagnose feingeweblich (histologisch) gesichert werden. Hierzu ist eine Operation erforderlich, bei der durch die Harnröhre endoskopisch der Blasentumor mit einer elektrischen Schlinge abgetragen wird (transurethrale Resektion der Blase, TUR-B). In bestimmten Fällen kann zur Verbesserung der Diagnostik ein Farbstoff vor der Operation in die Harnblase gegeben werden, der die Krebszellen farblich markiert (Photodynamische Diagnostik, PDD). Die weitere Therapie richtet sich dann nach dem Stadium der Krebserkrankung, dem Alter und den Wünschen des Patienten.

Ist der Krebs noch nicht in die tiefe Muskulatur der Blase eingewachsen, so kann bereits die vorgenannte Operation/TUR-B heilend sein. In anderen Fällen ist möglicherweise eine anschließende Instillationsbehandlung erforderlich. Dies ist eine lokale Chemotherapie, bei der das Medikament in die Harnblase gegeben wird. Gefürchtete Nebenwirkungen wie Haarausfall treten hierbei nicht auf.

Ist der Blasenkrebs bereits fortgeschritten und in die tiefe Muskulatur eingewachsen, so kann eine Heilung nur durch Entfernung der Harnblase erreicht werden (Zystektomie). Diese kann durch Schaffung einer sog. „Neoblase“ aus eigenem Darm ersetzt werden. In anderen Fällen kann ein künstlicher Urinausgang erforderlich werden (Ileumconduit, s.a. Glossar).

Eine frühzeitige Diagnose im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung beim Urologen kann einen derartigen Eingriff verhindern.